Die Automobilindustrie veröffentlicht detaillierte Richtlinien für die Rückkehr an den Arbeitsplatz, um die Mitarbeiter vor dem Coronavirus zu schützen, während sie sich auf die Wiedereröffnung ihrer Werke in den kommenden Wochen vorbereitet.
Warum das wichtig ist: Wir werden uns vielleicht nicht mehr die Hände schütteln, aber früher oder später werden die meisten von uns an ihre Arbeitsplätze zurückkehren – sei es in einer Fabrik, einem Büro oder an einem öffentlichen Ort in unmittelbarer Nähe zu anderen. Die Wiederherstellung eines Umfelds, in dem sich die Mitarbeiter wohlfühlen und gesund bleiben können, wird für jeden Arbeitgeber eine große Herausforderung sein.
Was passiert: Autohersteller und ihre Zulieferer ziehen Lehren aus China, wo die Produktion bereits wieder aufgenommen wurde, und planen eine koordinierte Aktion zur Wiedereröffnung nordamerikanischer Werke, möglicherweise schon im Mai.
Fallbeispiel: Ein 51-seitiges „Safe Work Playbook“ der Lear Corp., einem Hersteller von Sitzen und Fahrzeugtechnologie, ist ein gutes Beispiel dafür, was viele Unternehmen tun müssen.
Details: Alles, was Mitarbeiter berühren, ist potenziell kontaminiert. Daher müssen Unternehmen laut Lear Gegenstände wie Tische, Stühle und Mikrowellen in Pausenräumen und anderen Gemeinschaftsbereichen regelmäßig desinfizieren.
In China werden Gesundheit und Standort der Mitarbeiter mithilfe einer staatlich geförderten mobilen App überwacht, aber solche Taktiken würden in Nordamerika nicht funktionieren, sagt Jim Tobin, Asien-Präsident von Magna International, einem der weltweit größten Automobilzulieferer, der in China stark vertreten ist und diese Prozedur schon einmal durchlaufen hat.
Das große Ganze: All die zusätzlichen Vorsichtsmaßnahmen verursachen zweifellos Mehrkosten und beeinträchtigen die Produktivität der Fabrik, aber es ist besser, als wenn jede Menge teure Produktionsanlagen ungenutzt herumstehen würden, sagt Kristin Dziczek, Vizepräsidentin für Industrie, Arbeit und Wirtschaft beim Center for Automotive Research.
Fazit: Treffen am Wasserspender sind in absehbarer Zeit wohl tabu. Willkommen in der neuen Normalität am Arbeitsplatz.
Techniker in Schutzkleidung führen einen Probelauf am Intensivpflege-Dekontaminationssystem von Battelle in New York durch. Foto: John Paraskevas/Newsday RM via Getty Images
Battelle, ein gemeinnütziges Forschungs- und Entwicklungsunternehmen aus Ohio, beschäftigt Mitarbeiter mit der Desinfektion von Tausenden von Gesichtsmasken, die von medizinischem Personal während der Coronavirus-Pandemie verwendet wurden, berichtet die New York Times.
Warum das wichtig ist: Es herrscht ein Mangel an persönlicher Schutzausrüstung, obwohl Unternehmen aus der Mode- und Technologiebranche verstärkt Masken herstellen.
Der frühere FDA-Kommissar Scott Gottlieb sagte am Sonntag in der CBS-News-Sendung „Face the Nation“, dass die Weltgesundheitsorganisation sich zu einem „Abschlussbericht“ darüber verpflichten sollte, was China der Welt über den Ausbruch des Coronavirus „gesagt und was es ihr verschwiegen“ hat.
Warum das wichtig ist: Gottlieb, der sich außerhalb der Trump-Administration zu einer führenden Stimme in der Coronavirus-Bekämpfung entwickelt hat, sagte, China hätte das Virus möglicherweise vollständig eindämmen können, wenn die Beamten hinsichtlich des Ausmaßes des anfänglichen Ausbruchs in Wuhan die Wahrheit gesagt hätten.
Laut Johns Hopkins hat die Zahl der Fälle des neuartigen Coronavirus in den USA inzwischen 555.000 überschritten, wobei bis Sonntagabend mehr als 2,8 Millionen Tests durchgeführt wurden.
Das Gesamtbild: Die Zahl der Todesopfer überstieg diejenige Italiens vom Samstag. Mehr als 22.000 Amerikaner sind an dem Virus gestorben. Die Pandemie legt viele der großen Ungleichheiten des Landes offen – und verschärft sie.
Veröffentlichungsdatum: 13. April 2020
